Lalo Kamaran

pfeift für unseren TUS Hochheim seit 2011

Ganz wichtig für jeden Fußballclub sind die Schiedsrichter. Es werden immer weniger. Aber glücklicherweise sind beim TuS Hochheim aktuell noch 3 aktiv. Einer davon ist Lalo Kamaran, 26 Jahre alt. Er pfeift für unseren TuS Hochheim seit 2011. Lalo, du pfeifst jetzt im 10. Jahr für unseren TuS Hochheim. Bitte stelle dich kurz vor.
Wie du bereits erwähnt hast, bin ich 26 Jahre jung und seit 2011 im Verein. Ich bin damals zum TuS Hochheim gekommen, weil ich schon länger in Kontakt stand mit unserem Wormser Schiri-Urgestein Franz Gritzner. Zudem spielte mein Bruder zu der Zeit in Hochheim in der Jugend. 

 

Mit Luisa Noell Krückel (14) und Franz Gritzner (74) seid ihr die Schiedsrichter vom TuS. Wie kann man die Schiedsrichterausbildung in unserem Verein bewerben bzw. junge Menschen dazu bringen, Spiele zu leiten?
Man muss nur mal die vielen Vorteile betrachten, die das Amt des Schiedsrichters mit sich bringt: man betätigt sich sportlich an der frischen Luft, lernt viele neue Leute kennen und ist Teil einer sportlichen Gemeinschaft. Es gibt für jedes Spiel eine Aufwandsentschädigung und der Schiedsrichterausweis berechtigt zum freien Eintritt für alle Spiele des DFB. Meiner Meinung nach sind aber die Kompetenzen, die man über die Jahre als Schiedsrichter entwickelt, der größte Vorteil, da man diese privat als auch beruflich gut gebrauchen kann. Das wären zum Beispiel Teamfähigkeit, Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen, Entscheidungsschnelligkeit oder Kommunikationsstärke, nur um ein paar zu nennen. Man sieht also die Schiedsrichterei ist eine Persönlichkeitsschule und hilft gerade jungen Menschen sich zu entwickeln. 

 

Hast du selbst einmal aktiv Fußball gespielt? Wenn ja, bei welchen Clubs?
Ja, in der Jugend bei der Wormatia.

 

Was hältst du vom Videobeweis im Profifußball?
Da der Fußball heutzutage extrem schnell geworden ist, sind manche Situationen mit dem menschlichen Auge kaum aufzuklären. Ich denke da vor allem an Abseits- und Handspielszenen. Das hat dann auch nichts mehr mit der Qualität des Schiedsrichters zu tun, sondern ist der Schnelligkeit des Spiels geschuldet. Da kann der Schiedsrichter noch so gut stehen oder noch soviel Erfahrung haben. Aus diesem Grund halte ich den Videobeweis für den richtigen Schritt. 

 

Was war dein schlimmstes und welches war dein schönstes Erlebnis als Schiedsrichter?
Jedes Spiel, bei dem man als Schiedsrichter einen Fehler macht, der das Ergebnis beeinflusst, ist nicht schön und ruft in den meisten Fällen heftige Kritik hervor, mit der man erstmal fertig werden muss. Auf der anderen Seite gibt es glücklicherweise auch viele Spiele, bei denen man als Schiedsrichter nicht auffällt und sich beide Teams nach dem Spiel bedanken. 

 

Hast du Wünsche an die Fußballabteilungsleitung bzw. wie können wir euch Schiedsrichter unterstützen?
Dass man grundsätzlich mehr Verständnis aufbringt für Fehler, die in jedem Spiel passieren. Genauso wie Spieler in jedem Spiel einen oder mehrere Fehlpässe spielen, geht beim Schiedsrichter auch mal eine Einwurfentscheidung in die Hose oder es wird ein Zweikampf falsch beurteilt. Aber das gehört irgendwo auch dazu und in der Regel verliert keine Mannschaft deswegen direkt das Spiel. 

 

Vielleicht ein paar Worte zur Pandemie?
Wie jeder Mensch hoffe auch ich, dass es bald ein Ende hat und wir in unseren normalen Alltag zurückkehren können. Gleichzeitig denke ich an die Leute, die es besonders hart trifft.

 

Ich möchte mit unserem AH-Spieler Angelo Wächter demnächst den Schiedsrichterschein absolvieren. Jedoch tue ich mich sehr schwer dabei, dies online zu machen. Wie stehst du dazu?
Das kann ich absolut nachvollziehen, dass es dir online schwer fällt. Zumal ich den Lehrgang in der Sportschule in Edenkoben mit allem Drum und Dran nur empfehlen kann. Allerdings wäre das im Moment ein zu großes Risiko für alle Beteiligten. Bevor aber gar keine Schiedsrichter ausgebildet werden, finde ich die Online-Form durchaus sinnvoll. Ich denke, dass die Inhalte genauso gut rübergebracht werden wie vor Ort.

 

Das Gespräch führte Andreas Großmann.