Während der Corona-Pandemie ist es still um den TuS Hochheim geworden. Mindestens nach außen hin. Aber im Hintergrund bewegt sich vieles: Renovierungsarbeiten finden statt, Anfragen werden an den Fußballleiter gestellt, Kontakte untereinander aufrecht gehalten und vieles mehr. Andreas Großmann startet nun eine Reihe von Interviews mit verschiedenen Verantwortlichen, die Informationen rund um den TuS Hochheim liefern. 

Wie geht es dir in der Corona Zeit ohne Fußball?
Natürlich würde ich gerne mit dem Team auf dem Platz stehen und an unserem Punktekonto arbeiten, aber die aktuellen Bestimmungen lassen nichts zu. Ich vermisse die Mannschaft und die sozialen Kontakte, aber irgendwann wird es ja hoffentlich wieder normal weiter gehen.


Was hat dich vor einem Jahr bewogen, einen Abstiegskandidaten in der B-Klasse zu übernehmen?

Ich habe ja nicht irgendeinen Verein im Abstiegskampf übernommen. Die Anfrage von einem Wormser Traditionsverein ehrte mich natürlich und meine Ideen, auch die Erfahrung, waren passend, dem TuS Hochheim helfen zu können. Auch das Umfeld mit der engagierten Jugendarbeit, dem Vereinsgelände und den handelnden Personen im Hintergrund war es wert, die Arbeit aufzunehmen. Der gegenseitige Respekt und die gute Zusammenarbeit mit allen im Verein, haben mein Bauchgefühl bestätigt.


Was gefällt dir beim TUS Hochheim?
Die Bedingungen im Verein sind klasse und die Verantwortlichen sind immer da, um über kurze Wege ihren Teil zu leisten. Auch sind beide aktiven Teams, die AH/Ü40 und auch die Jugend sehr eng beieinander und kennen sich. Was ich für sehr wichtig empfinde, ist die Anerkennung des Vereins gegenüber der Jugendabteilung. Da wird gute Arbeit geleistet von den Jugendtrainern und das sehr unaufgeregt.


Hast du Kontakt zu deinen Spielern in der Zwangspause?
Natürlich gibt es Kontakt zu den Spielern, mal mehr, mal weniger. Da steht mit meinem Trainerkollegen, Joachim Mahler, auch ein wichtiger Ansprechpartner bereit, um Hilfe, Tipps oder Motivation zu verteilen.


Aktuell seid ihr Tabellenführer trotz starker Konkurrenz. Wie sind die weiteren sportlichen Ziele, wenn es wieder losgeht?
Durch die Unterbrechung der Saison und der sehr langen Trainingspause wird keiner der Vereine wissen, wo er steht bzw. die anderen stehen. Die Ausgangslage ist für alle gleich und es gilt wieder zurück in einen Rhythmus zu finden. Sobald es weiter geht, werden wir natürlich versuchen, unsere Spiele zu gewinnen und uns weiter zu entwickeln. Natürlich haben wir starke Konkurrenz, aber das sind wir für die anderen auch. Unser Ziel ist nach wie vor, so lange wie möglich um Platz eins mitzuspielen.


Die Verantwortlichen sind super zufrieden mit deiner Arbeit. Wie siehst du die Situation?
Ich denke, die Verantwortlichen sehen genau, wie sich die Mannschaft entwickelt und geben das auch oft als Rückmeldung. Wenn man bedenkt, was sich in den letzten 1,5 Jahren im Verein bewegt hat, ist das schon großartig. Bei meinem Start gab es eine Mannschaft mit überschaubarer Kadergröße. Stand heute, haben wir zwei aktive Teams, die beide auf Platz 1 in ihrer Liga stehen. Die Verantwortlichen, und auch ich als Trainer, haben viel in Bewegung gesetzt und in sehr kurzer Zeit einiges aufgebaut. An diesem Trend möchte ich mit meiner Mannschaft weiterarbeiten. Das Team ist charakterlich einwandfrei, noch jung und bereit, mit dem TuS Hochheim einen positiven Weg zu gehen.


Kannst du dir vorstellen, langfristig beim TUS Hochheim zu bleiben?
Natürlich kann ich mir das vorstellen, denn ich fühle mich sehr wohl im Verein und mit den Menschen, die diesen Verein umgeben. Ich kenne auch andere Vereine und schätze den Umgang beim TuS daher um so mehr. Auch sportlich gibt es noch einiges zu bewegen und meine Mannschaft hat sehr viel Potential und macht Lust auf die Zukunft.


Der Amateurfußball leidet extrem unter Covid 19. Die Profis hingegen spielen. Was ist deine Meinung dazu?

…..sollen sie spielen! Das bedeutet wenigstens etwas Abwechslung in einer sehr eintönigen Zeit. Allerdings kritisiere ich das Verhalten einiger Profis und Verantwortlichen die, vor Kameras(!), oft kein gutes Beispiel abgeben. Dann kommt noch dazu, dass ganz Europa kreuz und quer reist, um für die großen Geldgeber Spiele zu absolvieren……….und wir müssen den Kindern erklären, dass sie sich nicht mit ihren Freunden zum Kicken treffen dürfen…..

Lässt du dich impfen?
Natürlich lasse ich mich impfen, um mich aber auch andere zu schützen. Ich empfinde es als sozialen Auftrag, um wieder in ein normales Leben zu finden.

Deine persönlichen Wünsche?
Ich wünsche mir Gesundheit für uns alle und wieder unseren Fußball und das normale Leben zurück.

Dein Lebensmotto?
Ein Lebensmotto habe ich eigentlich nicht. Ich versuche, aus jeder Situation etwas zu machen. Aber „Aufgeben ist nie eine Option“.

Das Interview führte Andreas Großmann/ Bilder: Beate Hager